Konzeption und Entwicklung einer verteilten Architektur für IP basierte Multimediadienste unter Einsatz von Peer-to-Peer Techniken

Abstract

Multimediadienste, wie Telefonie, können über IP erbracht und so mit weiteren IP basierten Diensten und Mehrwertdiensten angereichert werden. SIP (Session Initiation Protocol) ist ein Internet-Standard, der zur Signalisierung von IP-Telefonie benutzt wird. Bei der Spezifikation von SIP wurde aber die Steuerung von Diensten, die auf IP- Telefonie aufsetzen oder diese erweitern, nicht berücksichtigt. Das IMS (IP Multimedia Subsystem) bietet dagegen, neben anderem, eine Infrastruktur, die die Steuerung und Ausführung von Diensten auf Basis eines erweiterten SIP erlaubt. Die Inbetriebnahme und Wartung eines IMS ist allerdings durch dessen komplexe Architektur aufwändig. Sowohl SIP als auch das IMS beruhen auf dem Client/Server-Paradigma. Das im Gegensatz zu SIP serverlose P2PSIP ermöglicht IP-Telefonie auf Basis eines P2P-Netzes (Peer-to-Peer) und zielt so auf Eigenschaften wie Skalierbarkeit, Selbst-Organisation und Verlässlichkeit ab. Vorbild war das erfolgreiche und proprietäre Skype, das ebenfalls auf einem P2P-Netz aufbaut. Die Steuerung und Ausführung von Diensten ist allerdings bei P2PSIP gleichermaßen nicht vorgesehen. In dieser Arbeit wird deswegen eine Architektur für die Signalisierung von Telefonie und zur Steuerung und Ausführung von SIP basierten Diensten vorgeschlagen, die ähnlich wie P2PSIP auf Server oder andere zentralisierte Funktionen verzichtet und stattdessen ein P2P-Netz nutzt, um Skalierbarkeit und Verlässlichkeit zu gewährleisten. Diese verteilte Architektur besteht aus einem Netz gleichwertiger Knoten, die kollaborativ und selbst-organisierend füreinander Telefonie und Dienste ermöglichen. Diese Knoten nehmen dazu temporär verschiedene Rollen ein, die mit den wesentlichen Komponenten der IMS Architektur verglichen werden können. So soll gezeigt werden, dass nicht nur Telefonie auf Basis eines P2P-Netzes erbracht werden kann, sondern darüber hinaus auch die Steuerung und Ausführung von Telefonie anreichernden Diensten. Die Diplomarbeit umfasst sowohl das Konzept für diese Architektur, als auch die Realisierung des Konzeptes durch einen Prototypen.

Autor:
Juri Glaß
Kategorie:
Diplomarbeit
Jahr:
2009
Ort:
Technische Universität Berlin, Berlin, Germany