Agentenorientierter Softwareentwurf zur dynamischen Konfigurationen

Abstract

Kommunikation wird zunehmend zum zentralen Faktor in der modernen Geschäftswelt. Heute gilt es nicht nur innerhalb eines Unternehmens zu kommunizieren, auch die Kommunikation mit Lieferanten, Kunden und Märkten erfordert moderne Kommunikationsnetze. Das Internet gilt heute als das Medium für diese Kommunikation. Der Begriff „Virtual Private Network“ (im folgenden "VPN" genannt) meint den paketorientierten Datenverkehr über öffentliche Datenleitungen mit dem Anspruch der Sicherheit und der Integrität der Daten. VPNs können durch Einsparung dedizierter Netzwerkleitungen oder Einwahllösungen signifikant zu Kosteneinsparungen führen. Netzwerke müssen heute nicht nur kostengünstig sein, auch die flexible Konfigurierbarkeit von Netzen wird immer mehr zum strategischen Faktor, da sich zunehmend dynamische Geschäftsmodelle durchsetzen (z.B. Virtuelle Unternehmen, kurzfristige Partnerschaften, E-Commerce, mobile Arbeitnehmer) die es auch in der technischen Ebene abzubilden gilt. Die zunehmende Nutzung von VPNs für sichere Geschäftskommunikation verspricht viel. Dem gegenüber steht aber, daß Netzkonfigurationen heute noch stark auf manuellen Verwaltungstätigkeiten beruhen. Das Einrichten eines VPN bei einem Netzanbieter beruht heute auf der manuellen Konfiguration der Netzkomponenten und auch Bereiche wie Überwachung, Abrechnung und Management von Netzen ist nicht vollständig bzw. einheitlich automatisiert. Durch das starke Interesse des Marktes ist hinsichtlich der Standardisierung von Protokollen (z.B. zur Datenübertragung und Verschlüsselung) einiges erreicht worden, zum „Plug-and-Play“ Networking fehlen jedoch noch wesentliche integrative Komponenten. Es gibt Lösungen für einzelne Probleme. Die Integration zur Lösung eines umfassenden und bereichsübergreifenden Problems wie dem “Virtual Private Networking” ist heute jedoch weiterhin schwierig. Der grundsätzliche Ansatz zur Lösung der Problematik ist, mehr Intelligenz in die Netze zu verlagern. Die Hard- und Softwareware aus denen Netze aufgebaut sind soll zu einem gewissen Grad auch Wissen oder Bewusstsein über sich und ihre Aufgabenstellung haben. Nicht im Sinne künstlicher Intelligenz, sondern beschränkt auf spezifische Problemkreise. Wenn beispielsweise eine Weitverkehrsstrecke ausfällt sollen beteiligte Netzknoten erkennen wie das Problem zu umgehen ist, d.h wie durch Umkonfiguration die Strecke ersetzt werden kann. Man spricht hier von aktiven Netzen oder „Aktive Networking“. In dieser Arbeit soll Anhand des Problems der dynamischen Konfiguration von VPNs untersucht werden, inwieweit sich Techniken des agentenorientierten Softwareentwurfs zum Aufbau solcher aktiver Netzwerke und deren Netzknoten eignen. Mit dem Agentenorientierten Softwareentwurf, der versucht „Intelligenz“ in kleine, mobile Einheiten zu verlagern scheint hier ein Lösungsansatz vorhanden zu sein. Agentenorientierte Softwareentwicklung repräsentiert ein weiteres neues Paradigma im Design von Software. Zentraler Ansatz ist die Kapselung von Komplexität und das Konzept einer Software-Entität die im Auftrag einer anderen Entität handelt, deren Ziele vertritt und verfolgt. Dies können menschliche Benutzer, andere Agenten oder Softwaresysteme sein. Diese Arbeit wird versuchen zu einem Systementwurf von Agenten, Agentenplattformen und Kommunikationsmechanismen zu gelangen um die dynamische Konfigurierbarkeit von VPNs erforschen zu können. Es soll kritisch untersucht werden, ob und wie das Agentenparadigma in der heutigen und zukünftigenPraxis des Netzwerkmanagement einsetzbar ist.

Autor:
Alexander Keiblinger
Kategorie:
Diplomarbeit
Jahr:
2000